Ferdis tägliches Bier

...muss aufgefüllt werden!

Re: Ferdis tägliches Bier

Beitragvon Ferdi » 19. Sep 2011, 20:15

Sehr geehrtes Tagebuch,

(...)
ich hab gerade kurz angefangen diesen eintrag als anschreiben einer bewerbung zu konzipieren, aber das wurde mir schon nach einen satz zu doof. es ist quasi ein baukastensystem. bewerbungen schreiben kann somit ein computerprogramm besser als ich, weil ich fehler mache. ich habe jetzt 7 bewerbungen geschrieben, glaub ich. ab und zu bin ich vom schema abgewichen und habe was neues versucht. natürlich kann man immer schreiben wie toll man ist. ich würde mich allerdings eher einstellen, wenn ich an der art wie der text geschrieben ist sehe, dass ich toll bin. das kann man natürlich nicht bei irgendwelchen personalabteilungsfuzzis machen, die die bewerbungen erst mal aussortieren, sondern eher bei professoren. die sollten wissen, was sie suchen. und wenn die art wie ich schreibe und denke denen nicht gefällt, können sie es ja auch wegschmeissen. aber wenn mal einer dabei ist.... naja, wunschdenken. es lesen wahrscheinlich eh wissenschaftliche mitarbeiter, die in mir nur konkurrenz sehen.
ich kann nichts und bin nichts. und zwar weil ich nichts sinnvolles tue. anstatt ein praktikum zu machen, fahre ich mit dem storch (das rennrad heisst jetzt so, das mtb ist der wolf, wegen storck und steppenwolf) 100km nach düsseldorf und zurück. das kann ich nicht in den lebenslauf schreiben. ich schreibe rein, dass ich "mich weiterhin für literatur für themaXY interessiere" blablabla. tue ich auch. heute 10 seiten luhmann gelesen. es geht um die semantik alteuropas. es ist eine von sachen, die ich nach der diplomarbeit machen wollte. ja, simon hat recht, ich muss ein expose schreiben für doktorarbeit. es gibt des öfteren stellenangebote, die das voraussetzen. allerdings war noch kein thema dabei, auf das ich konkret lust hätte geschweige denn wo ein expose zu gepasst hätte, was ich prophylaktisch ja eh nicht geschrieben habe. aber ich werde es tun. 4 seiten über natur und gesellschaft, theorielastig. oder doch soziale ungleichheit und ökologie. luhmann scheint tot zu sein; kritische theorie geht anscheinend immer. es ist weil die ganzen professoren, die momentan leute einstellen, also deren soziologische generation generell, politisch sehr links stehen. so ist das nämlich mit dem wertfreiheitspostulat. rechte gibts eh fast nicht und liberale fast nur bei den wirtschaftswissenschaften. und die haben auch nie recht, sagte norbert röttgen immerhin gestern bei jauch. ich hätte nichts dagegen, wenn er mein chef wäre. jaja, ich werde mich bald initiativ bewerben, ja mama, ja.
bald gibts wieder gitarrenunterricht. ich habe also ein einkommen. genug für zigaretten und bier. da ich nicht mehr rauche, bleibt was über. davon kaufe ich mir rennradreifen und gitarreneffekte, die mir für den lebenslauf nichts bringen, genauso wie der gitarrenunterricht. bald muss ich auch bücher kaufen. oder ich mache mir einen gastausweis für die uni. oh mann, dann bin ich offiziell arbeitssuchend, fuck. mein abschlusszeugnis wurde heute abgeschickt, schreibt der mann vom prüfungsamt. die leute da machen auch mehr urlaub als sonst was. 2 1/2 monate schon! ich bin mir noch nicht ganz sicher, was besser ist: studieren oder nicht studieren und nicht arbeiten. ich versuche mich zu erinnern und komme zum schluss, dass zu lange studieren genauso auf den sack geht wie zu viel rauchen oder jeden tag saufen. also ist alles richtig so wie es ist. es ist richtig, es ist gut. ich muss nur weiter bewerbungen schreiben, bald ein praktikum machen, wo ich draufzahle. und dann noch 4-5 von der sorte. dann 20000 euro schulden. dann einen sachbearbeiterjob. mit 40 schuldenfrei. dann haus bauen, dann kind, dann 200000 euro schulden, mit 67 jahren schuldenfrei, mit 73 krank, mit 80 tot.
beim fahrrad fahren sage ich mir immer "der weg ist das ziel". aber es ist im leben anders. zumindest im berufsleben. wenn man auch noch hobbys hat. ich glaub die meistens leute, die viel arbeiten haben eh keine. es geht immer nur darum sich zu profilieren, um den lebenslauf, den aufstieg in der hierarchie. ...

woah, jetzt schreibe ich schon ne halbe stunde an diesem blöden text. jaja, über die einladung zu einem persönlichen gespräch würde ich mich sehr freuen, blabla. das musste ja kommen.

mit freundlichen grüßen


ferdi
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Re: Ferdis tägliches Bier

Beitragvon Ferdi » 25. Sep 2011, 12:03

hallo liebes tagebuch,

das wetter ist wunderbar. ansonsten ist auf ziemlich wenig verlass. keiner tut das was er sagt. es ist frustrierend. wenigstens bin ich nicht tot. gestern hat mein nachbar mit dem üblichen höllenlärm den rasen gemäht. mit dem rasentrecker. ich musste es ertragen, bei allerbestem wetter im garten. heute morgen um 9:30h steht krankenwagen und notarzt vor der tür und er wird weggebracht. was soll man dazu sagen? gerechtigkeit? schicksal? pech? voodoo?
ich tendiere zu voodoo. also wenn alle leute, die mich in letzter zeit versetzt haben, einen schlaganfall kriegen, ist das natürlich nicht schön. ich wünsche das keinem. natürlich wäre es nicht gerecht. schicksal aber auch nicht. aber reines pech?! voodoo. es funktioniert.

bitte seid alle nett. ich kann es nur noch mal betonen. nettigkeit ist dabei die neue weltformel zu werden, ich glaube ich hatte das schon mal erwähnt. beachtet das bitte. auch weil nun ein adäquates mittel für sanktionen entdeckt wurde. macht's gut und viel glück.
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Re: Ferdis tägliches Bier

Beitragvon Ferdi » 26. Sep 2011, 00:30

liebes tagebuch,

...erneut wurde ich allein gelassen. ich war dann alleine im proberaum lärmen. dann platzte mir ein reifen am storch. irgendwas läuft falsch! ich bin doch immer nett! ich gebe mir solche mühe!

...das system funktioniert noch nicht reibungslos. ich habe deswegen massenhaft fahrradkram bestellt, aus frust. es ist montag morgen, es läuft spongebob. heute nichts vor.
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Re: Ferdis tägliches Bier

Beitragvon Ferdi » 27. Sep 2011, 11:10

hallo liebes tagebuch,

der tag begann vor 1 1/2 std mit dem runterwerfen eines halbvollen wasserglases beim versuch den wecker auszuschalten. es landete auf dem parkett, wasser und scherben verteilten sich auf einem 50 euro buch aus der bib, dem netbook, zugehörigem netzteil und dem studiokopfhörer. guten morgen!
der wecker war mein handy und das wecklied "flying in a blue dream" von satriani. was mich direkt dazu veranlasste im wohnzimmer während frühstücks (kein brot da!) über die große anlage laut chickenfoots neues album zu hören (wo satriani ja mitspielt). "three and a half letters" ist wirklich ein geiles lied und es passt ja auch total zu mir, juchu. http://www.youtube.com/watch?v=4AfEsQYOyPA
ja, bitte kauft das album, wie es da steht. oder schmeisst euer knappes geld für einen simfy account zum fenster raus, dann könnt ihr immerhin legal musik hören und kommt nicht in den knast. hmm, im knast gibts bestimmt leckeres brot zum frühstück...
gestern hab ich mich mit bürokratiesachen beschäftigt. krankenversicherung, alg2, exmatrikulation, erstattung der studiengebühren, absetzen der kosten des studiums. hatte ich schon mal erwähnt, dass ich mich verarscht fühle, weil ich studiengebühren bezahlt habe?! ich will mich aber nicht schon wieder aufregen, das bringt eh nix. ich mache mit bei dem ganzen bürokratiekram, und vielleicht profitiere ich sehr bald davon, tagtäglich bei meinem künftigen job als sachbearbeiter in irgendeinem dunklen büro. gruselig.
gestern war ich 60km mountainbiken mit dem wolf. es war sehr gut. vielleicht werde ich das heute erneut tun. das wetter spielt netterweise mit. bis dann
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Re: Ferdis tägliches Bier

Beitragvon Ferdi » 27. Sep 2011, 18:21

liebes tagebuch,

mein nachbar ist gestern gestorben. ja, der mit dem rasentrecker. ich bin geschockt.
der nachbar 2 häuser weiter mäht grad rasen, während ich im garten sitze und MICH VERDAMMT NOCH MAL VERSUCHE ZU KONZENTRIEREN!!!! es liegt nicht an mir. ich bin unschuldig und schäme mich auch ein bisschen.
ich habe eben massenhaft hässliche aststummel von den eiben in unserm garten direkt am zaun entfernt, damit der nachbar einen schöneren ausblick hat. da wusste ich es noch nicht. es war anstrengend. nun gibts schon wieder neue nachbarn. hoffentlich keine kinder oder schnösel. ich muss dran denken schlagzeug zu spielen, wenn da leute am besichtigen sind. rasen mähen wird nicht reichen.
alles läuft anders als geplant. kann man überhaupt was planen, fragt man sich da. einiges bestimmt, aber die wichtigen dinge wie leben und gesundheit auf gar keinen fall zu 100%.
um mich konstruktiv an besagten projekten (leben, gesundheit) einzubringen, habe ich heute 70km mit dem mtb in unter 3 stunden zurückgelegt. gestern waren es 60 in 2 1/2. es ist das sinnvollste, was man überhaupt tun kann. es gehört ein bisschen glück dazu. heute und gestern keinen platten, insgesamt nur 3 brenzlige situationen mit autos. ich habe immer einen helm auf. bis bald.
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Re: Ferdis tägliches Bier

Beitragvon Ferdi » 5. Okt 2011, 13:15

halo liebes tagebuch,

es passiert ziemlich wenig. das liegt daran, dass die welt bereits nahezu perfekt aufgestellt ist und keine anpassungsleistungen mehr nötig sind. da sich ein system durch seine operationen definiert, wird sich bald alles auflösen. es ist das, was ich vor langer zeit prognostizierte: das universum ist ein selbstzerstörendes system, durch perfektion entsteht indifferenz und das bedeutet stillstand und tod. evolution zwar muss nicht zur verbesserung der effizienz führen, tut es aber. weil sie es kann. und jetzt gute nacht.
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Re: Ferdis tägliches Bier

Beitragvon Ferdi » 12. Okt 2011, 12:01

hallo liebes tagebuch,

es ist in der zwischenzeit wirklich wenig passiert. das gibt mir zu denken und verstärkt den eindruck, dass die hypothesen im letzten eintrag richtig sind. das heißt, dass ich künstlich veränderung herbeiführen muss. angestrebt wird:

1.blog statt forum einrichten (benutzt doch eh keiner)
2. mehr saufen
3. bei g+ löschen
4. wieder fotos hochladen (zB in den blog)
5. arbeit finden
6. hass besser kanalisieren
7. dazu baseballschläger besorgen
8. auf bessere zeiten warten

mittagessen
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Re: Ferdis tägliches Bier

Beitragvon ploki » 12. Okt 2011, 20:32

Dein Basebballschläger ist beim Thissen.

Und organisier dann auch einen Sub-Blog für internes...
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Re: Ferdis tägliches Bier

Beitragvon Ferdi » 15. Okt 2011, 03:22

hallo liebes agagag,

ich gucke gerade zum allerletztenmal einen deutschen film. es ist wie abgelesen. und betont wie im theater. ...ich muss umschalten

kotzen. achso, ich bin ja betrunken! ich mach mir grad pizza, kreislauffrei. hmmja, was will man machen, ne, WAS WILL M AN MACHEN!!

mal rechnen: musizieren: die letzten 3 von 9 malen wurde nicht kurzfristig abgesagt.
ein guter schnitt.

vielleicht neue hobbys suchen.
...........
......
...
.


jochen, du liest das doch hier als einzigster: was soll ich tun?!
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Re: Ferdis tägliches Bier

Beitragvon ploki » 15. Okt 2011, 12:56

Wie wäre es denn mit Modelleisenbahn? Ist gerade bei kühleren Temperaturen und schlechtem Wetter immer wieder schön. Außerdem habt ihr einen großen Keller dafür...
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